Wie groß wird mein Kind? – Eine spannende Frage

Wie groß wird mein Kind
Bildquelle: Vitalinka/shutterstock.com
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Wie groß wird mein Kind – diese Frage stellen sich viel Eltern, allerdings gilt auch heute noch der bekannte Spruch: „Große Eltern, große Kinder. Kleine Eltern, kleine Kinder“. Ist das wirklich so oder stammt der Spruch aus dem Reich der Sagen? Im Folgenden klären wir alle Fragen rund um die unterschiedlichen Wachstumsphasen, wie ich das Wachstum meines Kindes beeinflussen kann und wie ich berechnen kann wie groß mein Kind einmal werden wird.

Wachstum – was kann die Größe meines Kindes beeinflussen?

Das menschliche Wachstum wird hauptsächlich durch das Wachstumshormon Somatropin gesteuert und entwickelt sich ganz individuell. Es wird von der Hirnanhangsdrüse produziert und zumeist im Schlaf ausgeschüttet, wobei es das Knochenwachstum und den Muskelaufbau steuert. Wie groß ein Kind später einmal werden wird, hängt allerdings größtenteils von den elterlichen Genen ab.

Das Wachstum hängt zudem noch von einigen wichtigen Faktoren ab, wie:

  • der gesunden und ausgewogenen Ernährung,
  • Krankheiten und Stress oder
  • sportlicher Betätigung,
  • und in jungen Jahren vom Genuss von Rauschmitteln (Alkohol, Drogen, Zigaretten).

Wachstumsphasen –  wieso wächst mein Kind so schnell?

„Du bist aber groß geworden!“, meinen oft Großeltern. Die neue Hose ist plötzlich einige Zentimeter zu kurz und die Arme ragen aus den Pulloverärmeln unschön heraus. Und Eltern denken manchmal, ihr Kind ist in der Nacht einen Kopf größer geworden. Dem ist mitunter tatsächlich so, denn das Wachstum erfolgt nicht kontinuierlich, sondern in Wachstumsschüben, welche hauptsächlich Nachts passieren. Allgemein kann man festhalten, dass ein Kind ca. 3% pro Jahr an Körpergröße zulegt. Doch wie groß wird mein Kind, kann man das ausrechnen?

Zunächst lässt sich das Menschliche Wachstum in drei Wachstumsphasen einteilen:

  1. Von Geburt bis zum dritten Lebensjahr – sehr schnelles Wachstum: Unser Kind wächst am schnellsten. In dieser Zeit ca. 43 cm.
  2. Vom dritten Lebensjahr bis kurz vor der Pubertät – langsames Wachstum: Unser Kind wächst ca. 5 bis 6 cm pro Jahr.
  3. In der Pubertät – schnelles Wachstum: Unsere Teenager wachsen 7 bis 9 cm pro Jahr. Mit Ende der Pubertät endet auch das Wachstum.

Übrigens: Die meisten Wachstumsschübe passieren tatsächlich in der Nacht.

Mädchen oder Junge – macht das wirklich einen Unterschied?

Mädchen und Jungen wachsen unterschiedlich. Bei Mädchen endet das Wachstum ungefähr mit dem 17. Lebensjahr. Jungen wachsen etwas länger. Meist bis zu ihrem 19. Lebensjahr, dann haben auch sie die Körpergröße des Erwachsenenalters erreicht. Die Wachstumsfugen sind ab diesem Zeitpunkt geschlossen.

Mit Hilfe regelmäßiger Messungen und Aufzeichnungen der Körpergröße kann eine persönliche Wachstumskurve erstellt werden, welche einen ersten Überblick vermittelt.

 

Wachstumsrechner – selber berechnen oder doch den Arzt fragen?

Wie groß wird mein Kind? Diese Frage lässt sich auf unterschiedlichen Wegen beantworten. Egal ob ein Arzt zu rate gezogen wird oder eine eigene Prognose erstellt wird. Grundsätzlich sollte allerdings beachtet werden, dass es sich bei allen Berechnungen nur um Richtwerte handelt und keine exakten Angaben getroffen werden können. Die Grundlage für die Größenberechnung ist entweder die Größe der Eltern oder die aktuelle Körpergröße des Kindes. Folgende Methoden werden häufig zur Berechnung angewendet:

1. Berechnung anhand der aktuellen Körpergröße des Kindes
  • das Geschlecht des Kindes,
  • das derzeitige Alter,
  • die momentane Größe

Eine genauer Methode ist diese:

  • die Größe des Kindes zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verdoppeln, aber auch dies sind nur Beobachtungswerte.
    • Bei Jungen verdoppeln Sie die Größe am 2. Geburtstag
    • Bei Mädchen die, die sie mit 20 Monaten erreicht haben
    • Beispiel: Ein Junge, welcher an seinem 2. Geburtstag 90 cm groß ist, wird wenn er ausgewachsen ist ca. 180 cm groß sein.
2. Berechnung anhand der elterlichen Körpergröße:

Die elterlichen Gene spielen natürlich eine ausschlaggebende Rolle im Wachstum des Kindes. Das Eltern, dessen Körpergröße jeweils bei ca. 170 cm liegt ein Kind bekommen, welches ausgewachsen wesentlich größer sein wird als sie selbst, ist eher selten und unwahrscheinlich. Zur selbstständigen Berechnung einer ungefähren Richtung dient sie allerdings sehr gut. So wird sie brechnet:

  • Für Jungen = (Körpergröße Vater in cm + Körpergröße Mutter in cm) /2 + 6,5 cm
  • Für Mädchen = (Körpergröße Vater in cm + Körpergröße Mutter in cm) /2 – 6,5 cm
  • Beispiel: Der Vater eines Mädchens ist 190 cm und Ihre Mutter 175 cm groß, dies addiert ergibt 365. Geteilt durch 2 ergibt es 182,5, abzüglich 6,5 cm kommen wir deshalb auf eine vermeintliche zukünftige Körpergröße von 176 cm. Man geht allerdings von einem Spielraum von ca. 5 cm nach oben bzw. unten aus, d.h. dass die voraussichtliche Körpergröße des ausgewachsenen Mädchens zwischen 171 cm – 181 cm liegen wird.

Einen Wachstumsrechner finden Sie online zum Beispiel hier: Onmeda Wachstumsrechner

Ärtztliche Methoden:

Eine konkrete Antwort auf „Wie groß wird mein Kind?“ kann nur der Arzt geben. Die folgenden Berechnungen dienen der genaueren Berechnung und werden zumeist zur Diagnose von Wachstumsstörungen eingesetzt

1. Handknochen-Messung:

Mithilfe der Handknochen-Messung bestimmt der Arzt das Knochenalter. Dabei erstellt er eine Röntgenaufnahme der linken Hand. Mit dem genauen Knochenalter kann dann die Körperendgröße genau ermittelt werden. Aufgrund der Röntgenstrahlen wird diese Methode jedoch erst ab einem Alter von 7 Jahren empfohlen.

2. Perzentilenkurve:

Die Perzentilenkurve ist eine weitere Variante das Wachstum Deines Kindes fortlaufend im Auge zu behalten. Die Kurve zeigt Dir an, wie viel Prozent der Kinder in derselben Altersgruppe diese Körpergröße im Schnitt aufweisen. Um eine Perzentilenkurve zu erstellen, ist der regelmäßige Besuch der U-Untersuchungen vorausgesetzt. Hierbei misst der Kinderarzt die Körpergröße und trägt diese im gelben U-Heft in eine Tabelle ein. Folgend kann eine Wachstumskurve erstellt werden, welche mit Normkurven und sogenannten Perzentilen verglichen wird. Die Normkurve stellt dabei Vergleichswerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dar, welche die durchschnittliche Wachstumskurve darstellt. Je näher die Wachstumskurve des Kindes an der mittleren Normkurve ist, desto eher befindet sich das Wachstum in der Norm.

Wachstumskontrolle – wie häufig sollte ich messen?

Wer kennt sie nicht, die Striche an der Wand oder dem Türrahmen: „Schau mal Paul, so groß warst du als du 2 Jahre alt warst!“. Dein Kind dabei einmal pro Monat zu messen reicht vollkommen aus. Auf diese Weise lässt sich die aktuelle Entwicklung und damit inbegriffen das Wachstum aufzeigen und einschätzen. Grundsätzlich haben aber auch Kinderärzte ein Auge auf die Größe Ihrer kleinen Patienten. Sie prüfen bei Vorsorgeuntersuchungen, welche in den ersten Jahren regelmäßig vorgenommen werden, zum Beispiel die Größe und das Gewicht des Kindes um Auffälligkeiten frühzeitig diagnostizieren zu können.

Weitere Informationen zu den einzelnen Wachstumsphasen finden Sie hier:

 

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