Typisch Mädchen, typisch Jungen – Was ist an den Klischees wirklich dran?

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Bildquelle: Phase4Studios/Shutterstock.com
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Immer wieder hört man Sprüche wie: Typisch Junge, typisch Mädchen. Doch was ist an den Kommentaren eigentlich dran? Stimmen sie wirklich oder sind es nur Vorurteile?

Der kleine Unterschied zwischen Mädchen und Jungen

Forscher haben herausgefunden, dass bereits kleine Jungen im Alter von etwa vier Jahren mehr Testosteron im Blut haben, als gleichaltrige Mädchen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass sie ab diesem Alter gerne mit den Freunden raufen oder sich balgen. Deshalb müssen Mädchen jedoch nicht grundlegend braver sein als ihre männlichen Altersgenossen. Unter ihnen befinden sich nämlich ebenfalls viele rauf- oder klettererprobte Kinder. Daraus lässt sich schließen, dass es eben auch häufig die Vorbildwirkung der Freunde oder Geschwister ist, die für das Rollenklischee mit verantwortlich zeichnet.

Unsere Gesellschaft lässt Kindern heute viel Handlungsspielraum bei ihrer Entwicklung

Zum Glück dürfen sich Jungen und Mädchen heute bereits ab dem frühen Kindesalter so entfalten, wie sie es für ihre Entwicklung benötigen. Möchten Jungen gern in der Puppenecke spielen und Mädchen dagegen mit Bauklötzen große Türme bauen, dürfen sie dies selbstverständlich. Gerade für das spätere Rollenverständnis in Beziehungen ist es wichtig, dass die Kleinen verschiedene Sichtweisen kennenlernen. Ebenfalls notwendig ist es für Jungen und Mädchen, sich innerhalb einer Gruppe gleichgeschlechtlicher Kinder zu bewegen. Vor allem das Gefühl des Dazugehörens gibt Kindern Sicherheit und Stabilität.

Rosa und Blau – zwei Farben und ihre geschichtliche Bedeutung für die Geschlechter

Babykleidung, -wäsche sowie Kinderwagen in Rosa oder Hellblau – am liebsten zeigen frischgebackene Eltern der ganzen Welt, ob der Nachwuchs weiblich oder männlich ist. Doch weshalb tragen Jungen eigentlich Blau und Mädchen Rosa? Schaut man in die Geschichte, trugen Mädchen früher nämlich Blau und Jungen Rosa, also genau anders herum. Die Jungfrau Maria trägt auf Bildern und Holzplastiken besonders häufig die Farbe Blau. Kein Wunder also, dass gerade im Mittelalter Hellblau die typische Farbe der Mädchen war. Rosa wurde auch das kleine Rot genannt. Die Farbe verkörperte Blut und Kampf und stand daher für Männlichkeit.

Kindern gegenüber sollten die Sprüche tabu sein

Typisch Mädchen – typisch Junge sind Sprüche, mit denen unsere Eltern und Großeltern aufwuchsen. In der heutigen Zeit, in der sich jeder Mensch individuell und frei entfalten kann, gehören die Kommentare auf den Müllhaufen der Geschichte. Lassen wir Kinder so wie sie sind und sein wollen – freie und unabhängige Wesen mit einer starken und selbstbewussten Persönlichkeit. Rollenklischees sollten für immer der Vergangenheit angehören.

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