Scharlach – die Kinderkrankheit mit der Himbeerzunge

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Bildquelle: Ilike/Shutterstock.com
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Was ist Scharlach?

Bei Scharlach (Scarlatina) handelt es sich um eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die weltweit vorkommt. Die Ansteckung mit den Bakterien Streptokokken A erfolgt durch Schmier- und Tröpfcheninfektion. Allgemein gilt: Jeder Mensch kann in seinem Leben mehrmals daran erkranken. Die Übertragung der Bakterien erfolgt mit Speicheltröpfchen, die durch Niesen, Husten oder Sprechen von Mensch zu Mensch weiter gegeben werden. Oft erkranken Kinder zwischen 3 und 8 Jahren, Jungen sind allerdings stärker betroffen als Mädchen. Aber auch Erwachsene können sich anstecken. Die Krankheit tritt besonders häufig in den Herbst-Winter-Monaten auf.

Scharlach bei Babys

Säuglinge und Babys bis zu einem Alter von sechsten Monaten besitzen noch einen Immunschutz der Mutter. Der Schutz besteht in Form von Antikörpern und die Säuglinge können sich für gewöhnlich nicht infizieren.

Scharlach bei Erwachsenen

Wenn sich ein Erwachsener mit den Streptokokken der Gruppe A infiziert, ist eine rechtzeitige Behandlung das A und O. Dies liegt vor allem daran, dass eine Erkrankung bei Erwachsenen im Gegensatz zu Scharlach bei Kindern mit wesentlich höheren Risiken und Spätfolgen verbunden ist. Durch eine schnellstmögliche Behandlung können diese allerdings weitestgehend eingedämmt werden.

Mögliche Begleiterscheinungen:

  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Mittelohrentzündung
  • Blutvergiftung (Streptokokken-Toxic-Schock-Syndrom (STSS))
  • Lungenentzündung

Außerdem tritt oft nach ein bis fünf Wochen bei einer ausbleibenden Behandlung das sogenannte rheumatische Fieber auf. Dieses äußert sich durch Entzündungen verschiedener Organe, wie zum Beispiel des Herzens, Gehirns, der Nieren oder der Haut. Auch Gelenke können betroffen sein. Zudem ist auch das Auftreten einer Arthritis keine Seltenheit.

Scharlach in der Schwangerschaft

Besteht eine Schwangerschaft ist eine Streptokokken Infektion besonders riskant, da das Immunsystem der Mutter sehr anfällig und zumeist geschwächt ist. Für das Baby besteht allerdings keine Gefahr.

Scharlach Symptome und erste Anzeichen

Typische Symptome für Streptokokken A sind:

  • Halsschmerzen, besonders beim Schlucken
  • schlechter Mundgeruch
  • der Rachen ist hochrot und entzündet
  • die Mandeln sind rot und geschwollen, im späteren Verlauf mit einem gelblichen Belag
  • das Gesicht ist blass, um den Mund sind Konturen
  • weiche, geschwollene und schmerzende Lymphknoten, besonders seitlich am Hals
  • ein rötlicher, fein-fleckiger, samtartiger Ausschlag, der in der Leisten- und Achselregion beginnt
  • die „Scharlach Zunge“ ist weiß belegt, später dann himbeerrot (auch Himbeerzunge oder Erdbeerzunge genannt)
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • außerdem seltener Übelkeit und Erbrechen
  • in der Heilungsphase schuppt sich die Haut, besonders an Fingern und Zehen

Die Inkubationszeit

Zwischen Ansteckung und Ausbruch von Scharlach, also der Inkubationszeit, vergehen oft nur ein bis fünf Tage.

Scharlach – Ansteckung und Behandlung

Der Arzt stellt die Diagnose auf Grund des optischen Krankheitsbildes. Zusätzlich auch mit einem Abstrich aus dem Rachenraum und verschiedenen Labortests. Bei der Scharlach Behandlung wird der Erkrankte wird mit Antibiotika (Penicillin) behandelt. Die Therapie dauert 10 Tage und sollte auch nicht früher beendet werden. Doch wie lange ist Scharlach ansteckend? Ab etwa dem zweiten Tag nach der ersten Einnahme besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Jedoch können sich andere Kinder oder auch Erwachsene ohne Antibiotika drei bis vier Wochen nach den ersten Symptomen immer noch anstecken.

Wichtig: Schulkinder dürfen nach der Erkrankung erst nach sechs Wochen wieder Sport treiben.

Ist Scharlach meldepflichtig?

Ja, es besteht eine Meldepflicht. Die Meldung wird dabei durch den behandelnden Arzt getätigt. Eine Übersicht aller meldepflichtigen Krankheiten finden Sie hier: Meldepflichtige Krankheiten

Die Prognose

Der Krankheitsverlauf ist in der Regel unkompliziert. In den meisten Fällen haben es Kinder bereits nach einer bis drei Wochen überstanden. Wenn mit Antibiotika behandelt wurde, tritt der Hautausschlag meist nur sehr kurze Zeit auf. Anschließend schuppt sich auch die gesamte Haut. Das tritt besonders an den Fußsohlen und den Handinnenflächen auf. Wer einmal eine derartige Erkrankung durchgemacht hat, hat einen lebenslangen Schutz gegen die auslösende Streptokokkenuntergruppe. Ein Infekt mit anderen Untergruppen kann jedoch erneut auftreten.

Gibt es eine Scharlach Impfung?

Eine Impfung gegen Scharlach gibt es nicht. Deshalb sollten Kinder erst wieder in die Schule oder den Kindergarten gehen, wenn sie gesund sind, denn sonst können sich nicht noch weitere Kinder infizieren.

Gibt es einen Schnelltest?

Einen Scharlach Schnelltest gibt es eigentlich nicht. Er wird allerdings oft mit einem Streptokokken A Schnelltest gleichgesetzt. Dieser kann allerdings einfach von zuhause durchgeführt werden. In der Regel übernimmt dies allerdings der behandelnde Arzt. Er dient zum Nachweis einer Infektion mithilfe eines Rachenabstriches. Nachgewiesen werden kann mit dem Streptokokken Schnelltest eine Infektion mit dem Erreger der Untergruppe A. Dieser kann allerdings für weitere Infektionskrankheiten und deren Folgeerkrankungen verantwortlich sein, wie zum Beispiel eine Mandelentzündung oder Rotlauf.

Gute Ratschläge und alte Hausmittel

  • Bei einer Halsentzündung, Fieber und einem Hautausschlag sollte der Arzt aufgesucht werden.
  • Wer Fieber hat, muss das Bett hüten.
  • Fieber (ab 38,5° C) mit kalten Wadenumschlägen senken.
  • Weiche Kost lindert die Schmerzen beim Schlucken.
  • Wichtig ist, dass der Erkrankte viel Flüssigkeit zu sich nimmt.

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