Borreliose erkennen und behandeln

Borreliose Zecke wird mithilfe einer Pinzette entfernt
Bildquelle: Malykalexa|shutterstock.com
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Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) werden insbesondere durch Zecken übertragen, dies sollte inzwischen jedem bekannt sein. Viele behandeln sich nach einem Zeckenbiss zuhause aber wann muss ich zum Arzt? Woran erkenne ich eine Borreliose-Infektion?

Was ist eine Lyme-Borreliose?

Die Borreliose (auch Lyme-Borreliose genannt) gehört zu den Infektionskrankheiten und Multisystemerkrankungen, welche mehrere Organe nacheinander befallen kann. Sie ist allerdings nicht ansteckend und somit nicht auf Andere übertragbar. Sie wird durch den Biss oder Stich einer Zecke, Mücke, Bremse oder durch Flöhe auf den Menschen übertragen werden. Am häufigsten geschieht die Ansteckung allerdings durch einen Zeckenbiss und weniger häufig durch einen Mückenstich. Es gibt unterschiedliche Zeckenarten, welche als Überträger der Borreliose-Bakterien in Frage kommen. In Europa ist der Gemeine Holzbock allerdings der meist verbreitest Überträger. Die Zecke muss sich hierzu zuvor bei einem anderen Biss mit den sogenannten Borrelien-Bakterien (Borrelia Burgdorferi) infiziert haben, welche er bei einem weiteren Biss wiederum auf den Menschen überträgt.

Verbreitungsgebiet

Borreliose ist hauptsächlich in Europa und Nordamerika verbreitet und betrifft jährlich rund 60.000 – 100.000 Menschen in Deutschland. Die alleinige Infektion muss allerdings noch nicht zu einer Erkrankung führen, denn nur bei 1% – 6% der Infizierten bricht die Infektionskrankheit wirklich aus.

 

Wie kann ich einen Zeckenbiss erkennen und die Zecke entfernen?

Einen Zeckenbiss zu erkennen ist oftmals nicht ganz einfach, besonders wenn die Zecke bereits abgefallen oder unbemerkt abgekratzt wurde. Grundsätzlich sollte eine Zecke nach ihrer Entdeckung umgehend entfernt werden, denn je länger die Zecke Zeit zum Blutsaugen hat, desto höher ist das Risiko einer Übertragung.
Zum entfernen einer Zecke sollte am besten eine stabile, vorne flach zulaufende Pinzette oder eine spezielle Zeckenzange verwendet werden. Diese wird dicht an der Haut angesetzt, der Kopf der Zecke wird fest umschlossen und mit einem kräftigen Ruck herausgezogen.

Wichtige Hinweise:

  • Bitte verzichten Sie auf das herausdrehen, einölen oder sonstige Vorbehandlung des Zecke, da das Risiko einer Übetragung hierdurch steigt.
  • Wenn Sie die Zecke nicht ganz entfernen konnten ist dies nicht besonders schlimm, da durch die Entfernung des Körpers keine weitere Übertragung der Erreger stattfinden kann. Haben Sie allerdings in den nächsten Tagen ein Auge auf das Areal um Entzündungen frühzeitig zu erkennen.
  • Sollte eine Entzündung auftreten hilft schon das mehrfach tägliche, leichte betupfen mit Trameel-Salbe. Nach ein bis zwei Tagen sollte sich dann der Rest von selbst gelöst haben.

 

Wie kann ich einem Zeckenstich vorbeugen?

Zecken sind überwiegend an Grashalmen, Büschen, im Unterholz oder auf Wild- und Haustieren zu finden und bei Berührung übertragbar. Das größte Risiko besteht hierfür in den warmen Monaten zwischen März und Oktober. Circa jede zwanzigste bis dritte Zecke ist mit Borrelien infiziert und stellt somit ein Ansteckungsrisiko für Borreliose dar.

Tipps:

  • Tragen Sie lange und helle Kleidung, denn Zecken mögen es lieber dunkel und sollte sich doch mal eine Zecke auf Ihren Körper verirren, erkennt man die dunklen Parasiten leichter.
  • Tragen Sie geschlossene Schuhe, auf diese Weise vermeiden Sie das ungebetene Mitreisende aus dem hohen Gras auf Ihren Körper gelangen
  • Die Socken gehören über die Hose, so kann auch keine Zecke unter das Hosenbein klettern.
  • Verwenden Sie ein Zeckenschutzmittel, wie zum Beispiel den Testsieger von Stiftung Warentest Anti Brumm Zecken Stopp Spray (Für Kinder ab 2 Jahren geeignet!) Hinweis: Solche Mittel wirken in der Regel zeitlich begrenzt und müssen alle 1-3 Stunden neu aufgetragen werden.
  • Suchen Sie sich nach Ihrem Aufenthalt im Grünen gründlich gegenseitig ab und prüfen Sie besonders die dunklen und warmen Körperstellen wie zum Beispiel die Achselhöhlen, Kniekehlen und den Schambereich.
  • Aktuell existiert noch keine Borreliose Impfung. Bei der oftmals verwechselten Zeckenimpfung handelt es sich um die FSME-Impfung (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Diese wird auch durch Zecken übertragen, jedoch durch Viren und nicht wie bei Borreliose durch Bakterien.

 

Borreliose Symptome erkennen – Wann wird ein Zeckenbiss zur Krankheit?

Ein einfacher Zeckenbiss ist nicht gefährlich und äußert sich in der Regel durch einen kleinen, roten Fleck, ähnlich dem eines Mückenstiches. Die Inkubationszeit für Borreliose kann allerdings einige Tage bis Wochen beanspruchen. Das Borreliose ausbricht liegt oftmals an einem geschwächten Immunsystem. Dieses bietet dem menschlichen Organismus keinen bzw. nicht ausreichend Schutz zur Bekämpfung der Erreger. Am häufigsten greift die Borreliose die Haut, Gelenke, Augen, das Herz und das Nervensystem an. Ist die Borreliose dann erst einmal ausgebrochen, lässt sich diese in drei Phasen/Stadien unterteilen (Wichtig: Grundsätzlich kann die Reihenfolge und Intensität der Symptome sehr individuell Verlaufen und einzelne Phasen überspringen):

1. Lokalinfektion – Spät auftretende Symptome eines Zeckenbisses

Das klassischste Symptom, welches auf eine Borreliose-Infektion hindeutet ist ein ca. 5 cm großer roter, kreisförmiger Fleck rund um den Zeckenbiss, welcher sich mit der Zeit weiter ausbreitet. Er ist schmerzlos und wird auch „Wanderröte“ (Erythema migrans) genannt. Die Wanderröte tritt bei 90% der Erkrankten auf und kann einen Durchmesser von 65 cm erreichen. Erleiden Sie nach einem Zeckenbiss Symptome wie Fieber, eine Bindehautentzündung, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen oder eine Schwellung der Lymphknoten, sollten sie sich ebenfalls schnellstmöglich in medizinische Behandlung geben, auch wenn Sie keinen Zeckenstich gesehen haben.

2. Erste Borreliose Spätfolgen: Die Ausbreitung im Organismus

Wurde die Krankheit noch nicht erkannt und haben sich die Bakterien nach einigen Wochen bis Monaten erst einmal im Organismus ausgebreitet, ist ein häufiges Indiz für eine Infektion ein brennender Nervenschmerz. Desweiteren können folgende Symptome auftreten:

  • schlaffe Lähmungserscheinungen
  • Gefühlsstörungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Seh- und Hörstörungen
  • Herzmuskel- bzw. Herzbeutelentzündungen
  • Seltener auch Hauttumore oder Gehirnentzündungen 

3. Neuroborreliose und weitere Folgen: Die Chronische Infektion

Nach ein paar Monaten oder sogar Jahren nach der Infektion mit Borreliose können bei Nichtbehandlung vor allem Gelenkentzündungen in Finger-, Zehen-, Knie-, Sprung-, Handwurzel- und Kiefergelenken auftreten. Diese können zwar zwischenzeitlich abklingen, werden aber dauerhaft und schubweise erneut auftreten, weshalb man von einer chronischen Infektion spricht.
Weitere Spätfolgen einer Borreliose sind auftretende Hautveränderungen an Armen und Beinen, wobei die Haut sehr dünn wird und ich bläulich verfärbt.
In den schlimmsten Fällen kann es zur sogenannten Neuroborreliose kommen. Diese beschreibt eine Entzündung des Gehirnes und Rückenmarks. Typische Anzeichen hierfür sind heftige Schmerzen im Versorgungsgebiet einzelner Nerven in der Nacht, oft mit begleitenden Lähmungen. Es kann aber auch zu ganzen Hirnnervenausfällen kommen.

 

Borreliose Behandlung und Therapie

Es gibt verschiedene Ansätze zur Behandlung und Therapie von Borreliose.
Der sogenannte Borreliose Test ist eine Laboruntersuchung, bei welcher das Blut- und/oder Hirnwasser (Liquoruntersuchung) auf Borrelien-Bakterien untersucht wird. In den meisten Fällen reicht die Behandlung mit einem Antibiotikum. Kinder ab neun Jahren erhalten wie Erwachsene zum Beispiel Doxycyclin. Jüngere Kinder erhalten zumeist Amoxicillin oder auch andere Wirkstoffe wie Cefuroxim.

Wichtig zu wissen ist auch, dass man nach einer erstmaligen Infizierung keine Immunität gegen die Erreger entwickeln kann, somit ist eine erneute Infektion nicht auszuschließen.

Mikronährstoff-Therapie:

Eine Mikronährstoff-Therapie kann die medikamentöse Therapie zusätzlich unterstützen. Mikronährstoffe bestehen aus vielen Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen. Diese kommen überwiegend in gesunden Lebensmitteln wie Obst und Gemüse vor und sind essenziell für eine optimale Zellfunktion und stärken damit das Immunsystem. Besonders die Vitamin C² und sekundäre Pflanzenstoffe³ können einer Borreliose-Erkrankung entgegenwirken, da diese antibakterielle Eigenschaften besitzen und die Bakterien somit schneller und effektiver bekämpfen. Eine Mikronährstoffanalyse können Sie in der Regel mit Ihrem Arzt durchführen.

Ernährungstipps:

Auch eine richtige Ernährung kann dem Immunsystem auf die Sprünge helfen, die Neigung zu Entzündungen hemmen und Schmerzempfindungen senken.

  • Empfehlenswert ist hierbei eine überwiegend basische Ernährung mithilfe von Obst, Gemüse und Kräutern.
  • Zu viel Fleisch und Milchprodukte sollten vermieden werden, da diese eher kontraproduktiv wirken und das Immunsystem schwächen.
  • Die Integration von Fisch in den wöchentlichen Speiseplan ist ebenfalls sinnvoll und sollte ca. zweimal pro Woche auf dem Teller seinen Platz finden.
  • Hochwertige Pflanzenöle und frische Kräuter können zudem entzündungshemmend wirken und das Immunsystem aktivieren.
  • Fastfood und Nahrungsmittel, welche reich an Kohlenhydraten sind, wie zum Beispiel weißes Brot, Nudeln oder reis, sollten nur in geringen Mengen zugenommen werden, da diese eine Entzündung eher begünstigen.

 

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