ADHS und ADS – Vom braven Träumerle und dem zerstreuten Professor

ADHS
Bildquelle: Sunny studio/shutterstock.com
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ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) und ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) bei Kindern werden häufig gleichgesetzt. Doch das ist falsch, denn es gibt eindeutige Unterschiede.

Die Erkrankungen gehören zu den Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen im Kindes- und Jugendalter. Diese treten bei etwa drei bis sechs Prozent der Kinder auf, wobei häufiger bei Jungen als Mädchen. Bei etwas mehr als der Hälfte von ihnen bleiben die Symptome auch im Erwachsenenalter bestehen. Mit der richtigen Therapie können diese allerdings ein weitgehend normales Leben führen.

Symptome ADHS versus ADS?

ADHS vs. ADS: Die Erkrankungen haben unterschiedliche Symptome, vor allem aber unterschiedliche Auswirkungen. Der wichtigste Unterschied ist die Hyperaktivität bzw. die Unaufmerksamkeit und Impulsivität.

Symptome ADS

  • Der Unterricht wird oft verträumt, es führt fast zwangsläufig zu einem Leistungsabfall. Bei ihnen ist die Hyperaktivität nach innen gerichtet: Das Kind lebt in seiner eigenen Gedankenwelt.
  • zudem träumen sie gern im Unterricht und bekommen manches nicht mit, haben Schul- und Lernprobleme,
  • benötigen viel Zeit für die Hausaufgaben,
  • ziehen sich gerne zurück, sind ängstlich und scheu,
  • haben kaum Freunde,
  • können sich nicht an Regeln halten,
  • sind unkonzentriert und leicht ablenkbar,
  • haben Launen und Stimmungsschwankungen,
  • und wippen mit dem Körper oder schlagen mit dem Kopf.

Symptome ADHS 

  • diese Kinder werden als „zerstreuter Professor oder Zappelphilipp“ wahrgenommen
  • Im Unterricht werden sie oft als unerträglich und störend empfunden. Ebenso können sie weder still sitzen noch schweigen oder sich unauffällig einordnen
  • sind zappelig und überaktiv
  • haben mitunter eine Lese- oder Rechtschreibschwäche
  • sind ein Trotzkopf
  • zeigen Schwächen in der Motorik
  • sind laut und stören andere
  • sind unkonzentriert, leicht ablenkbar und verhaltensauffällig
  • wollen nicht ins Bett gehen
  • zeigen ungewöhnliche Reaktion auf Zärtlichkeiten
  • außerdem sind sie distanzlos und haben starke Stimmungsschwankungen

Die Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. Denn sie reichen von der genetischen Veranlagung über Reizüberflutung und Stress, Überforderung, Bewegungsmangel, bis hin zur falschen Ernährung. Häufig ist es jedoch ein Zusammenspiel mehrerer Ursachen. Achtung: Eine sehr eingeschränkte ADHS Diät bei Kindern sollte aber nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

Gut zu wissen:

Die Erkrankung kann allerdings auch positive Seiten haben:

  • Kinder mit ADHS sind oft geistig sehr beweglich
  • Sie sind äußerst kreativ
  • Begeistert sie eine Aufgabe, sind sie mit Eifer dabei und ausgesprochen leistungsfähig. In dem Fall können sie zum Beispiel auch sehr erfolgreich sein.
  • Zudem gelten sie als sehr hilfsbereit
  • Ihr Gerechtigkeitssinn ist stark ausgeprägt

Therapie bei ADHS und ADS

Nicht in jedem Fall muss bei Kindern mit ADHS eine Therapie durchgeführt werden. Wichtig ist: Die Eltern sollten sich mit dem behandelnden Kinderarzt zum Beispiel über die Schwere der Störung beraten. Einen genauen Zeitpunkt für den Therapiebeginn gibt es nicht, aber spätestens, wenn psychische und soziale Beeinträchtigungen zu beobachten sind.

Ziel der Therapie ist es, die Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität in den Griff zu bekommen, damit die Kinder keine Schulversager und Außenseiter werden. Eine Heilung der Erkrankung ist nicht möglich.

Die verschiedenen Möglichkeiten der Therapie:

Empfehlenswert ist eine Therapie in Kombination von Bewältigungsstrategien, einer Verhaltenstherapie und einer medikamentösen Behandlung.

Dazu gehören:

  • gezielte Aufklärung und Förderung in der Familie bzw. das Elterntraining
  • außerdem sollten neue Verhaltensregeln erlernt und Grenzen festgelegt werden
  • regelmäßige und verlässliche Tagesabläufe sind einzuhalten
  • Psychotherapie, wenn Symptome einer Angststörung auftreten
  • ebenso Medikamente und regelmäßig sportliche Aktivitäten

Ihr Kind hat ADHS oder Sie vermuten eine Erkrankung? Dann steht Ihnen der ADHS Deutschland e.V. jederzeit telefonisch oder per E-Mail für Rückfragen und Hilfestellungen zur Verfügung.

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