Trotzphase – unsere Kinder sind voll in Fahrt

Trotzphase
Bildquelle: Ksyutoken/Shutterstock.com
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Von null auf hundert, immer volle Fahrt voraus, nicht nachgebend und immer hörbar zeigend: „Ich will aber …!“ „Nein, meine Suppe ess‘ ich nicht!“ Aus einem netten Knirps um die zwei Jahre entwickelt sich ein Wildfang mit Trotzanfällen und unsichtbaren Hörnern – willkommen in der Trotzphase. Das ist die Zeit, in der unsere Kinder beginnen einen eigenen Willen zu entwickeln. Sie versuchen mit aller Macht ihren Kopf durchzusetzen. Mit welchen Tricks Sie durch diese stressige Zeit kommen, verraten wir auf dieser Seite.

Die Trotzphase – eine wichtige Entwicklungsstufe

Eine typische Situation: Das Kind schreit und wirft sich zu Boden, weil es nicht bekommt, was es will. „Doch ich will!“, wird zum Maßstab jeglichen Tuns. Die Trotzphase beginnt etwa im Alter von 18 Monaten und kann bis zum sechsten Lebensjahr anhalten. Vermehrt findet sie allerdings zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr statt. Sie ist gekennzeichnet von täglichen Wut- und Weinanfällen. Es kann sogar so weit gehen, dass das Kind beißt. Kinder in diesem Lebensabschnitt haben tatsächlich keine Kontrolle über ihre Gefühle und werden von ihnen überrollt. Dies liegt vor allem daran, dass die Kinder sich ihrer Gefühle noch nicht bewusst sind und zum Beispiel Bedürfnisse wie Müdigkeit, Hunger oder Durst noch nicht in Worte fassen können. Die nicht ganz leichte Übung für die Eltern heißt jetzt: die Nerven behalten, die Ruhe bewahren und mit viel Geduld auf das Kindes reagieren.

Nicht vergessen: Die Trotzphase gehört zur Entwicklung eines jeden Kindes dazu und geht irgendwann auch wieder vorbei.

Liebe Eltern: Bitte positiv denken

Gewinnen Sie auch dieser Zeit etwas Positives ab.

  • Kinder rebellieren nur bei Eltern und anderen Leuten, bei denen sie sich sicher fühlen. Ist das so, dann stimmt auch die Beziehung bzw. die Bindung zwischen Kind und Erwachsenem.
  • Das kindliche Selbstbewusstsein und die Ich-Stärke entwickelt sich und wird geprobt. Es werden Grenzen ausgetestet.
  • Das Kinder lernt: Im Leben muss man durchhalten. Hat es das geschafft, was es schaffen will, dann kann es schrecklich stolz sein.
  • Kinder lernen damit, dass nicht alles so klappt, wie sie es sich in den Kopf gesetzt haben. Sie wollen die Eltern auf keinen Fall ärgern.

Nicht ständig alles unterbinden

Der Wildfang mit den Trotzhörnchen gibt ganz schön Gas. Trotzdem sollten Eltern nicht ständig auf die Bremse treten. Kinder müssen auch Fehler machen dürfen. Sie probieren aus und lernen stetig dazu. Ist der kindliche Plan zu riskant, müssen allerdings die Eltern eingreifen. Doch die Angst der Eltern um ihr Kind ist oft zu groß. Sie sollten lieber darauf schauen und vertrauen, was das Kind schon kann und nicht auf das, was passieren könnte.

Die Ruhe bewahren

Der kleine Wutbatzen beansprucht die elterlichen Nerven oft bis ans Äußerste. Trotzdem gilt: Ruhe bewahren. Wilde Machtkämpfe gehören nicht dazu. Gelassenheit beendet meist zuverlässiger den Eltern-Kind-Twist.

Probieren Sie es damit:

  • nicht provozieren lassen – tief durchatmen und bis 20 zählen,
  • den Dickkopf durch lautes Singen ablenken,
  • „Ich bin dann mal weg!“ und kurz aus dem Zimmer gehen,
  • die Situation beenden und kreativ werden.

Fazit – Tipps zum Umgang mit dem Kind in der Trotzphase

  • Trotzkinder können ihre Wut nicht steuern und wollen die Eltern nicht ärgern.
  • Weniger Verbote und Regeln im Tagesablauf, aber nicht in allem nachgeben.
  • Nehmen Sie Ihr Kind ernst und lassen Sie es selber testen, auch wenn das Schuhe Zubinden dann fünf Minuten länger dauert.
  • Seien Sie humorvoll. Mit komischen Geräuschen und einer fliegenden Gabel landet jedes Gemüse im Mund.
  • Den Willen des Kindes ernst nehmen und auch mal zu Kompromissen bereit sein. Tipp: Gehen Sie auf Augenhöhe und zeigen Sie Verständnis.
  • Unser Kind muss erfahren und lernen, dass es mit Geschrei und Wut nichts erreicht, deshalb frühzeitig Kompromisse schließen, ehe es zu spät ist.
  • Wenn nötig „Nein“ sagen, wenn Gefahr droht. Lieber eine Alternative dazu anbieten. Aber keine leeren Drohungen aussprechen.
  • Das Kind nie mit Gewalt zur Vernunft bringen wollen.
  • Eltern und Großeltern müssen konsequent sein. Gibt jemand dem Kind nach, wird es nur umso stärker versuchen, seinen Willen durchzusetzen.

 

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