Montessori Schule – Freies und individuelles Lernen

Montessori Schule
Bildquelle: Jimmy Tran / shutterstock.com
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„Die Selbstentfaltung des Menschen reift durch Liebe, Achtung und Respekt und ist einer stetigen Wandlung unterzogen.“ Maria Montessori. Die Montessori Schule ist eine alternative Schulform zur Regelschule. Sie unterscheidet sich vor allem in ihren Lehrmethoden. Der Unterrichtstoff orientiert sich aber an den staatlichen Lehrplänen. Das ist mehr als es zum Beispiel die Waldorfschulen tun. Die italienische Reformpädagogin Maria Montessori war der Ansicht, dass Kinder in ihrer Persönlichkeit geachtet werden müssen und selbstständig lernen sollen, entsprechend ihrem eigenen Lerntempo. Daher gibt es keinen Leistungsdruck, keine Schulstunden im üblichen 45-Minuten-Takt und auch keine Zensuren.

Die Montessori Schule im Überblick

Die erste deutsche Montessori Schule öffnete 1924 in Jena ihre Türen.
In Deutschland arbeiten derzeit über 400 Schulen nach der Montessori-Pädagogik. Die Schulen sind für alle Kinder offen. Die Schwerpunkte liegen auf dem sozialen Lernen, der Persönlichkeitsentwicklung und der Umwelt-, Friedens- und Gerechtigkeitserziehung. Ideal ist, wenn der Schüler bereits eine Montessori Kindertagesstätte besucht hat. Der nächste Schritt wäre dann eine Grundschule und später eine entsprechende weiterführende Schule. Der Fokus liegt aber im Vorschul- und Grundschulbereich.
Über die Hälfte der Montessori Schulen sind Privatschulen. Sie befinden sich in freier Trägerschaft. Träger sind häufig die Kirchen (evangelische oder katholische ) oder Elterninitiativen. Aber es gibt auch staatliche Schulen, die Zweige der Montessori Pädagogik anbieten.

Das Konzept der Montessori Schule

Die Schule orientiert sich am Schüler, an seinen Fähigkeiten, Begabungen und Talenten. Dazu kommen noch eine besondere Lernumgebung und eine spezielle Rolle des Lehrers.

  • Sensible Phasen:
    Bei vergleichbaren Bildungsanreizen ist es für Schüler einfacher sich zu konzentrieren. Inhaltliche Themen werden besser, dauerhafter und schneller verstanden.
  • Vorbereitete Umgebung:
    Die Unterrichtsmaterialien sind im Klassenraum für alle erreichbar und in Augenhöhe platziert. Materialien wie Perlenketten, Holzbuchstaben, Sandpapierbuchstaben und vieles mehr, sind stets nur einmal vorhanden. Ziel ist es, das Sozialverhalten untereinander zu verbessern. Schulbücher kommen häufig erst ab der dritten Klasse zum Einsatz.
  • Rolle der Lehrer:
    Lehrer sind eher in der Rolle eines Helfers. Sie begleiten den Entwicklungsprozess der Schüler. Die speziell ausgebildeten Pädagogen erklären die Unterrichtsmaterialien und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Unterricht in der Montessori Schule

Unterrichtet wird in alters- und leistungsgemischten Klassen.

 Der Unterricht gliedert sich in zwei Bereiche:

  • 90 Minuten Freiarbeit
    Hier können die Schüler den Stundenplan selbst bestimmen. Jeder Schüler kann sich selbstständig mit den speziellen Unterrichtsmaterialien beschäftigen. Der Schwerpunkt liegt auf dem „Lernen aus eigenem Antrieb“.
    Ab der fünften Klasse nimmt der Anteil der Freiarbeit ab. Es werden gezielt langfristige Projektarbeiten durchgeführt.
  • Gebundener Fachunterricht
    Nach der Freiarbeit findet der angeleitete Fachunterricht statt. Zum Beispiel Englisch oder Mathematik. Hierbei wird inhaltlich unterschieden. Klassenarbeiten werden je nach Leistungsstand des jeweiligen Schülers geschrieben.
    Zensuren gibt es nicht. Dafür detaillierte Lernentwicklungsberichte. Meist bis zur achten Klasse. Die Schüler werden im persönlichen Gespräch mit ihren Lehrern über ihre Lernfortschritte informiert. Das Gespräch können sie jederzeit selbst einfordern.

Schulabschlüsse an der Montessori Schule

Größtenteils können an der Montessori Schule Abschlüsse wie an einer Regelschule erworben werden. Aber seltener welche, die zum Abitur führen. Die Prüfungen extern an einer staatlichen Schule zu absolvieren, kann je nach Bundesland erforderlich sein.

Kosten der Montessori Schule

Den Besuch der Montessori Schule gibt es nicht zum Nulltarif. Allgemein fällt nach Einkommen der Eltern ein gestaffeltes Schulgeld an. Bei entsprechenden Voraussetzungen besteht aber die Möglichkeit eines Stipendiums oder von Zuschüssen. Hier ein Überblick über die Montessori Schulen in Deutschland.

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