U-Untersuchungen – Teil 1

U Untersuchungen
Bildquelle: AVAVA/Shutterstock.com
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Die U Untersuchungen für Babys und Kinder sollen helfen, eventuelle Störungen in der körperlichen und geistigen Entwicklung rechtzeitig zu erkennen und geeignete Therapien zur erfolgreichen Behandlung einzuleiten.

Für die U Untersuchungen ist die Kinderarztpraxis zuständig

Die U Untersuchungen erfolgen in der Regel in der Kinderarztpraxis des Vertrauens. Dafür organisieren sich die Eltern einen Termin, am besten sollte der Termin für die U2 Untersuchung direkt nach der Geburt des Kindes vereinbart werden. Als Nachweis für die Untersuchungen dient übrigens ein kleines Büchlein, in das alle Vorsorgeuntersuchungen eingetragen werden. Die U Untersuchungen erfolgen nach einem bestimmten Zeitplan und entsprechen dem Alter des Kindes. Dabei erfolgt die erste Kontrolle direkt nach der Geburt. Die letzte Vorsorgeuntersuchung findet meist im Alter von 16 bis 17 Jahren statt.

Inzwischen ebenfalls sehr wichtig:

Gleichzeitig lassen sich bei den Arztterminen Fälle eventueller häuslicher Gewalt oder sexuellen Missbrauchs erkennen. Bei den größeren Kindern können während der Vorsorgeuntersuchungen auch ein möglicher Alkohol- oder Drogenmissbrauch festgestellt werden.

Wer bezahlt die U Untersuchungen eigentlich

Spezielle Früherkennungsmaßnahmen für Babys und Kinder zählen in Deutschland seit 1971 zu den Leistungen der Krankenkassen und werden von diesen auch bezahlt. Die sogenannten U-Untersuchungen gibt es seit 1991. Die Abstände der Vorsorgeuntersuchungen sind bundeseinheitlich geregelt. Zunächst waren die Untersuchungen bis zu einem Alter von ungefähr sieben Jahren vorgesehen. In der letzten Zeit kamen vier weitere Vorsorgeuntersuchungen dazu. Hintergrund dafür sind die großen Entwicklungsschritte, die Kinder gerade im Schulalter machen. Aktuell gibt es insgesamt 14 U Untersuchungen. Selbstverständlich bleibt es den Eltern überlassen, ob sie die Vorsorgeuntersuchungen ihrer Kinder wahrnehmen oder nicht. Dennoch sollten diesen die Termine am Herzen liegen, geht es doch um die Gesundheit und das Wohlergehen des Nachwuchses.

Die U1 Untersuchung erfolgt als erste der Vorsorgeuntersuchungen unmittelbar nach der Geburt

Die Neugeborenen-Erstuntersuchung erfolgt nach der Entbindung und wird direkt von den Hebammen vorgenommen. Dabei werden bei dem Neugeborenen die Körperlänge sowie der Kopfumfang gemessen und das Gewicht des Babys wird festgestellt. Es wird geprüft, ob alle lebenswichtigen Körperfunktionen, beispielsweise Atmung und Kreislauf, vorhanden und in Ordnung sind. Der sogenannte APGAR-Wert stellt den aktuellen Zustand des Babys direkt nach der Geburt fest. Dafür werden so wichtige Werte wie Atmung, Puls, Aussehen und Reflexe in Schriftform festgehalten. Der APGAR-Wert ist der momentane Wert direkt nach der Geburt. Für den generellen Gesundheitszustand des Kindes lässt er sich deshalb nur bedingt nutzen. Deshalb sind die nachfolgenden Vorsorgeuntersuchungen so wichtig. Bei der U1 Untersuchung wird das Neugeborene auf mögliche Fehlbildungen untersucht. Dem Neugeborenen werden Vitamin-K-Tropfen gegeben, um eventuellen inneren Blutungen vorzubeugen. Enthält das Blut des Babys nämlich zu wenig Vitamin K, kann es zu einer Blutungsneigung oder zu gefährlichen Hirnblutungen kommen. Da bei Babys häufig ein Vitamin-K-Mangel erkennbar ist, erhalten die Kinder in den ersten drei Vorsorgeuntersuchungen eine kleine Menge des Vitamins in Form von Tropfen. In der U1 Untersuchung erfolgt weiterhin eine Blutentnahme für die Feststellung von Stoffwechselerkrankungen. Dafür wird eine kleine Menge Blut aus der Ferse oder aus einer Vene entnommen. Während der ersten der U Untersuchungen wird auch ein Hörtest durchgeführt.

Die U2 Untersuchung ist häufig auch die erste Vorstellung in der kinderärztlichen Praxis

Zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag des Neugeborenen erfolgt die zweite der Vorsorgeuntersuchungen. Dafür organisieren die frischgebackenen Eltern einen Termin in der Kinderarztpraxis, falls sie das nicht bereits direkt nach der Geburt erledigt haben. Die Kinderarztpraxis suchen sich die werdenden Eltern meist schon lange vor der Geburt aus. Für die U2 Untersuchung und alle weiteren U Untersuchungen sollte unbedingt das Vorsorgeheft mitgenommen werden. Wurde das Blut zur Feststellung möglicher Stoffwechselerkrankungen nicht bei der U1 Untersuchung in der Entbindungsklinik entnommen, erfolgt die Blutentnahme während der U2 Untersuchung. Dafür ist es jedoch besonders wichtig, dass die U2 Untersuchung bis spätestens zum dritten Lebenstag des Babys erfolgt, da nur bis dann eine wirksame Behandlung möglich ist.

Bei der zweiten der U Untersuchungen werden vom Kinderarzt alle:

  • Körperregionen,
  • die Organe,
  • das Skelettssystem,
  • die Sinnesorgane
  • sowie die Mundhöhle untersucht.
  • Das Baby wird gemessen und gewogen.
  • Es erfolgt eine weitere Gabe von Vitamin-K-Tropfen.
  • Wurde in der Klinik der Hörtest noch nicht durchgeführt, wird dieser jetzt nachgeholt.

Der Kinderarzt oder die Kinderärztin führt mit den Eltern ein Beratungsgespräch zu wichtigen Themen, wie zum Stillen, den notwendigen Impfungen und der Vorbeugung von Erkrankungen oder Mangelerscheinungen. Die Eltern erfahren, auf was sie bei ihrem Kind achten sollten. Neben der Beschaffenheit des Stuhls ist dabei regelmäßig die Hautfarbe zu kontrollieren. Mitunter wird die Haut bei Neugeborenen gelblich. Das kann der Hinweis auf eine Neugeborenen-Gelbsucht sein. Eine normale Neugeborenengelbsucht geht von ganz allein wieder weg. Wer unsicher ist, sollte bei einem Verdacht auf eine Neugeborenengelbsucht den Arzt aufsuchen. Zur zweiten der Vorsorgeuntersuchungen gehört ebenfalls die Beratung hinsichtlich der Gabe von Vitamin D und Flourid. Das Vitamin D ist wichtig für die Knochenbildung. Da es nicht vollständig über das Sonnenlicht aufgenommen werden kann, wird eine zusätzliche Verabreichung empfohlen. Vitamin D sollte dabei bis zum 18. Lebensmonat gegeben werden. Zur Verhinderung von Karies ist es günstig, Babys bereits vor dem Durchbruch der Milchzähne regelmäßig Flourid zu geben. Praktisch ist eine Kombination aus Vitamin D und Fluorid.

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