Soor Infektion – ist sie ansteckend und was sind die Symptome?

Soor
Bildquelle: Mukhina Viktoriia /shutterstock.com
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Bei Soor (Candidose) handelt es sich um eine Pilzerkrankung in oder auf dem menschlichen Körper, bei der sich Hefepilze der Gattung Candida übermäßig vermehren. Der Hefepilz ist überall verbreitet und kommt sowohl bei Tieren, Pflanzen und auch beim Menschen vor. Sie siedeln bei gesunden Menschen auf der Haut, den Schleimhäuten im Mund- und Rachenraum, den äußeren Geschlechtsorganen und auch im Dickdarm an.

Soor bei Babys und Kleinkindern

  • Soor wird durch den Hefepilz Candida albicans verursacht und kann leicht durch direkten Kontakt (Stillen) übertragen werden.
  • Während der Geburt oder bei Säuglingen gelangt der Pilz auf und in den Körper, wo er sich als Bestandteil von Haut- und Darmflora vermehrt.
  • Bei Babys tritt die Pilzerkrankung während der ersten sechs Monate im Mundraum oder Windelbereich auf. Bei Kleinkindern ist sie eher seltener und meist die Folge einer Behandlung mit Kortison oder Antibiotika.

Soor Symptome

Der Hefepilz verursacht Schmerzen und Ausschlag beim Baby.

  • Mundsoor beim Baby tritt meistens innerhalb der ersten zwei Lebensmonate mit typischen weißen, leicht erhabenen kleinen Flecken auf. Zu finden ist er auf der Innenseiten der Wangen, am Gaumen oder auf der Zunge. Er kann leicht mit den Milchresten verwechselt werden und ähnelt Hüttenkäse. Der weiße Belag lässt sich nicht entfernen, weshalb Mundgeruch und Trinkschwierigkeiten bereits auf die Erkrankung hinweisen.
  • Windelsoor ist beim Baby ein Windelausschlag mit Rötungen und Wundsein, der der Windeldermatitis ähnelt und tritt vor allem bei Babys bis 6 Monaten auf. Es erscheinen kleine Pusteln, die Haut wird schuppig außerdem treten offene Hautstellen auf. Der Pilz breitet sich vom Magen-Darm-Trakt in die Umgebung des Darmausganges aus. In einem feuchten oder „vollen“ Windelpaket findet er ideale Wachstumsbedingungen. Weitere Symptome sind bspw.:
    • Roter bis tiefroter, scharf begrenzter Ausschlag am Po, der außerdem auch auf
      die Genitalien, die Oberschenkel, den Bauch und den Rücken streuen kann.
    • Es bilden sich rote, zum Teil weißliche Pusteln
    • Schuppiger Ausschlag
    • Ebenso können die betroffenen Hautstellen nässen

Windelsoor juckt und verursacht große Schmerzen. Er muss deshalb zügig behandelt werden.

Soor Behandlung

  • Behandlung ist in der Regel örtlich begrenzt und mit Medikamenten, die Pilze abtöten oder im Wachstum hemmen (Antimykotika erfolgreich).
  • Die Wirkstoffe sind Nystatin oder Clotrimazol. Sie werden in Form von Tropfen oder Salben, die im Mund- oder Windelbereich verteilt werden, verordnet. Bei wiederkehrendem Windelsoor werden die Tropfen zusätzlich eingenommen, sodass der Pilz im Magen-Darm-Trakt bekämpft wird.
  • Damit es zu keiner Wiederansteckung kommt, wird auch die Mutter behandelt, selbst wenn sie keine Anzeichen von Soor zeigt.

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Waschungen mit Essigwasser und Heilerde-Packungen,
  • lokale Anwendungen mit Naturjoghurt,
  • Calendula-Salbe wirkt desinfizierend und wundheilend (zum Beispiel die Weleda Calendula Wundsalbe),
  • außerdem die Unterwäsche und die Handtücher im Kochwaschgang waschen.

Der Verlauf der Erkrankung

In den meisten Fällen sind Mund- und Windelsoor harmlos. Mit einer konsequenter Behandlung von Mutter und Kind lässt sich Soor gut therapieren. Je schneller eine Therapie erfolgt, desto leichter lässt sich eine weitere Ausbreitung oder erneute Ansteckung vermeiden.
Wichtig: Starker Mundsoor kann bei Säuglingen schlimme Schmerzen verursachen, demzufolge trinken sie nicht sehr viel. Im Extremfall kann es zu Mangelernährung und Wachstumsstörungen führen.
Bei Kindern mit geschwächtem Immunsystem kann sich infolge der Pilzerkrankung die Speiseröhre entzünden. Das macht sich durch Schluckbeschwerden und Schmerzen hinter dem Brustbein bemerkbar.

Soor Vorbeugung

  • Die Erkrankung mit Soor ist meist harmlos, aber unangenehm und hält in den meisten Fällen nicht lange an.
  • Beim Soor im Mund genügt eine regelmäßige Kontrolle durch Blick in den Mund.
  • Eine gründliche und altersgerechte Körperpflege des Babys sorgt für gesunde Haut- und Schleimhautabschnitte.
  • Eine volle und unsaubere Windel regelmäßig und möglichst schnell wechseln.
  • Der Po des Babys muss auf alle Fälle trocken bleiben, deshalb hilft beim Wechsel der Windel das fröhliche Strampeln an der Luft.
  • Eine Entzündung der Brustwarzen verhindern und außerdem eine günstige Stillposition einnehmen, in der das Baby nicht übermäßig stark saugen muss.

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